Unser Hainbad

Flussbad in Bamberg in Nöten

Archive for September, 2009

Beprobung der Regnitz .Messergebnisse online

Lange hat´s gedauert, jetzt ist es soweit:

einer Pressemitteilung von Frau Siebenhaar können wir entnehmen:

“Ab sofort sind die Ergebnisse der Beprobung der Regnitz öffentlich einsehbar.

Ganz oben auf der Internetseite der Stadt Bamberg, unter www.bamberg.de

sowie auf www.stadtwerke-bamberg.de.

Bis zum 23.10.2009 wird jeweils Montag und Mittwoch eine Probe an drei Standorten: Hainbad, Hochwassersperrtor an der Buger Spitze und Regnitz (Höhe Pumpwerk Buger Wiesen) entnommen”

(Der Grund für die Probenentnehme am Hochwassersperrtor wäre interessant. An dieser Stelle ist aufgrund der Stauung des Wassers stets mit schlechteren Ergebnissen zu rechnen.)

“Eine Bewertung der Meßwerte erfolgt gemäß der Bayerischen Badegewässerverordnung.

Die ersten Ergebnisse liegen bereits vor und bescheinigen der Regnitz eine zum Entnahmezeitpunkt der Proben ausgezeichnete Wasserqualität.

Ein Trend kann jedoch nach Auffassung des Umweltamtes der Stadt Bamberg erst nach Auswertung der ersten vollständigen Messreihe Ende Oktober abgelesen werden. Insgesamt ist die Wasserqualität in den Herbst- und Wintermonaten besser als im Hochsommer.

Ab November wird die Beprobung nur noch 14-tägig stattfinden, von Dezember bis April dann einmal monatlich. Mit Beginn der Badesaison am 1. Mai wird dann wieder der 14-tägige Rhythmus aufgenommen.”

Auskünfte zum Thema:

STADT BAMBERG, Pressestelle – Ulrike Siebenhaar
Rathaus Maxplatz, Maximiliansplatz 3, 96047 Bamberg
Tel.: 0951/87-1821, Fax: 87-1960, E-Mail: ulrike.siebenhaar@stadt.bamberg.de

Wir hoffen sehr, dass der “Trend, der erst Ende Oktober abgelesen werden kann” Eingang in die Diskussion in der Stadtratssitzung im Oktober finden wird.

Susanne Lypold

„Wasserstandsbericht“ am 29.09.09

Für den 29.09.09 haben die Stadtwerke Bamberg die Hainbadfreunde eingeladen zu einer „Darstellung des Sachstands der in Auftrag gegebenen Gutachten“.

Da uns keine schriftlichen Unterlagen über den Zwischenstand zur Verfügung gestellt wurden, versuche ich das Gesagte so gut wie möglich wieder zu geben.

Sollten mir Fehler unterlaufen sein, oder sollte ich etwas missverstanden haben, so bitte ich um Berichtigung hier auf der homepage.

Dieser Beitrag ist ein Versuch die Informationen die wir erhalten haben möglichst transparent an alle interessierten Leser dieser homepage weiter zu geben.

Es bleibt jedem selbst vorbehalten die Pressemitteilung der Stadtwerke damit zu vergleichen.

Anwesend waren neben etlichen Hainbadfreunden der Interessengemeinschaft und des Vereins die Vertreter der Auftragnehmer der Stadtwerke, Herr Jeromin als Sachgebietsleiter Betrieb Bäder, Herr Goller von der Stadt Bamberg (Beteiligungscontrolling) und Herr Giersberg als Pressesprecher der Stadtwerke, sowie vier Stadträte die sich dankenswerter Weise selbst ein Bild machen wollten.

Die Arbeitsaufträge des Stadtrats wurden von den Stadtwerken an zwei Gutachterbüros weitergegeben, die Planungsgruppe Hildesheim und die Planungsgruppe Rohling AG.

In den Gesprächen am 29.09.09 im Hainbad wurde deutlich, dass die Planungsgruppe Hildesheim den Auftrag hatte Möglichkeiten darzustellen, in denen keine Aufsicht im Hainbad mehr notwendig sein würde. Vertreter des Planungsbüros Hildesheim stellten uns einen Entwurf vor, den sie angefertigt hatten für ein Szenario in dem das Badeverbot nicht aufgehoben ist. Da es ohne Aufsichtspersonal auskommen soll, kommt darin auch kein Kinderplanschbecken vor.

Randbemerkung: Die alte Anlage des Kinderbeckens entspricht nicht mehr dem heutigen technischen Stand, und müsste ohnehin mittelfristig erneuert werden.

Dieser erste vorgestellte Entwurf sieht einen ausgedehnten Wasserspielplatz vor, der den gesamten Bereich der Liegewiese um das derzeitige Kinderbecken einnimmt. Damit würde die Rasenfläche insgesamt um ca. 1/3 verkleinert. Im gesamten Bereich ist keine Möglichkeit für die Kinder im Wasser zu sein. Dieser Wasserspielplatz ähnelt sehr dem „Sinnenspielplatz“ bei der Wöhrder Wiese in Nürnberg, bzw. den Anlagen im Stadionbad.

Nirgends bleibt Wasser stehen, es versickert, rinnt oder tröpfelt. Das nennt sich dann „Wassergewöhnung“. Schwimmen lernen unmöglich.

Die Eröffnung der Gespräche durch die Vorstellung dieses Entwurfs rief bei den Zuhörern großen Unmut hervor. Die ausdrücklich formulierten Anliegen der Hainbadfreunde wurden darin alle übergangen.

- Schwimmen in der Regnitz verboten

- Es gibt keinen „Kümmerer“

- Es gibt kein Kinderplanschbecken.

Der Vertreter der Planungsgruppe Rohling AG nannte als bisherige Leistungen des Gutachtens eine Analyse des derzeitigen Bestands, ein Gutachten mit Varianten von Betriebsmodellen im Zusammenhang mit baulichen Maßnahmen zu den jeweiligen Modellen. Alle Modelle seien „grundsätzlich durchführbar“.

Als derzeitigen Stand nannte der Vertreter der Rohling AG das Hainbad als „Flussbad an der Regnitz“. Die Regnitz ist aktuell kein Badegewässer, weil ein Badeverbot besteht.

Die Haftungsfrage bzw. die Verkehrssicherungspflichten müssen noch abschließend geprüft werden. Sie sind nicht abhängig vom Betreiber, sondern von der Betriebsart.

Die WasserWerkstatt als Unterauftragnehmer der Rohling AG präsentierte einen Vorschlag, in dem davon ausgegangen wird, dass Badeverbot aufgehoben ist. Hier waren konstruktiven Gedanken zu finden, wie der Bereich im Wasser abgesichert werden könnte, so dass die Bedenken über das gefährliche Treibgut, die Strömungen, und die angebliche geringe Sichttiefe besänftigt werden könnten. Hier waren Stege aus Holz zu sehen und ein überwachter Schwimmbereich der durch eine Schnur im Wasser abgegrenzt wird. Man könne darüber nachdenken, ob die Stege als ein „Schwimmpendant“ angelegt werden könnten, damit der Flussquerschnitt nicht beeinflusst wird.

Solche „Eingriffe“ müssten vom Wasserwirtschaftsamt genehmigt werden. Dieses müsste dann auch Auflagen erstellen unter denen man die Veränderungen tätigen darf.

Auch dieser Entwurf enthält noch einige unklare Punkte, ist aber die einzige konstruktive Variante für ein Hainbad ohne Badeverbot.

Die Entwürfe vorzustellen war eine nette Geste und hat die Gesprächsbereitschaft der Stadtwerke gezeigt.

Allerdings hat die wichtigste Information, bzw. der wichtigste Vertreter bei dem die Knackpunkte hätten erhellt werden können nicht vor Ort. Kein Jurist, der die „schwierige Lage“ hätte erklären können war anwesend. Es gibt laut Gutachter der Rohling AG „erste juristische Ergebnisse“. Diese wären aus unserer Sicht das Herzstück dieses Zwischenberichts, denn die vorgestellten Modelle sind alle Entwürfe, deren letztendliche Machbarkeit von der juristischen Empfehlung abhängig sind.

Bis Ende des Monats, bzw. bis Anfang Oktober sollen weitere Ergebnisse vorliegen.

Herr Jeromin befürchtet, dass hohe Kosten auf die Stadtwerke zukommen. Derzeit würde das Hainbad „knapp eine schwarze Null“ ergeben.

Herr Jeromin gibt zu bedenken, dass ggf. enorme Kosten auf die Werke zukommen könnten, wenn mehrere Personen Aufsicht führen müssten.

Der Betreiber müsste sich am “Merkblatt 9405″ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen orientieren. (==> Dieses schreibt lediglich eine genügende Zahl von Rettungsschwimmern vor. Was genügend sei hat die Badeanstaltsleitung zu entscheiden.)

Herr Jeromin sprach von (bzw. drohte mit) bis zu fünf Aufsichtspersonen. Wir waren mit einem einzigen Herrn Wilda mehr als zufrieden.

Kosten würden auch entstehen, wenn ggf. Taucher den Schwimmbereich in „gewissen Zeitabständen“ untersuchen müssten.

Aber: Kostenverursachende Maßnahmen können je nach politischem Willen im Rahmen der entsprechenden Vorgaben entweder gefunden oder vermieden werden.

(Paradebeispiel: jüngster Umbau der Konzerthalle)

Bei der Naturbad- Variante ohne Kinderbecken könnte es unter Umständen allerdings sogar sein, dass die Betriebskosten günstiger wären als bisher. Ein Naturbad mit Becken wäre allerdings wieder eine „schwierige Variante“.

Ein Ortstermin im Hainbad mit Vertretern der Bayerischen Versicherungskammer habe ergeben, dass die derzeitige Brüstung „für Kinder ungeeignet“ wäre. Sie ist übersteigbar, da Querbalken vorhanden wären. Eine Brüstung mit Längsstreben oder ein hoher, nicht übersteigbarer Zaun wären für eine Versicherung notwendig.

Sollte das Badeverbot bestehen bleiben wäre der Betreiber des Bades in der Haftung, sofern es irgendeine „Ermunterung zum Baden“ gäbe. Die Treppen als Zugang zum Wasser wären schon eine solche Ermunterung, Verbotschilder hin der her. (Die Bay. Versicherungskammer gibt keine Auskünfte zur strafrechtlichen Situation).

Herr Jeromin betonte mehrmals eindringlich, dass die Stadtwerke nie beabsichtigt hätten das „Hainbad anderweitig zu nutzen“.

Ebenfalls mehrmals war es ihm wichtig zu ermahnen, dass es zwei verschiedene Stränge gibt, die gesondert voneinander zu behandeln wären; und das man nicht Äpfeln mit Birnen vergleichen sollte.

Zum einen wäre da der Auftrag des Stadtrats, vier Varianten zu prüfen nach denen der Betrieb möglich wäre, ohne Aufsicht und ohne Badeerlaubnis.

Zum anderen wäre die Diskussion über die Aufrechterhaltung des Badeverbotes. Die Stadtwerke selbst hätten keine Richtung in die sie bzgl. des zukünftigen Betriebs tendieren würden. Schließlich wäre es ein politischer Abwägungsprozess.

Als er auf die Verzögerungstaktik zu Beginn der Saison angesprochen wurde begründete Herr Jeromin für die verspätete Öffnung des Bades die Krankheit des Bademeisters Herrn Wilda.

Herr Jeromin hätte niemanden gehabt der den Betrieb übernehmen könnte. Erich Bischof verglich dies mit der wohl eher ungewöhnlichen Situation, dass ein Bus nicht fährt, weil ein Busfahrer krank ist. Die zeitliche Verzögerung der Öffnung wäre also ein Organisationsproblem, ebenso die mangelhafte Kommunikation darüber.

Natürlich wäre die Prüfung der Varianten für den Betrieb des Hainbades als Schwimm- Bad wesentlich erleichtert, wenn das Badeverbot für das Hainbad aufgehoben wäre.

Es läuft also auch nach eingehender Prüfung aller Eventualitäten darauf hinaus ob in Bamberg der politische Wille stark genug ist, um das Hainbad als Flussbad zu erhalten, oder nicht.

Susanne Lypold

Tag des offenen Denkmals!

Am 13. September 2009 wurde bundesweit der Tag des offenen Denkmals durchgeführt. Auch das Hainbad war an diesem Tag durch die Hainbadfreunde e.V. und der Interessengemeinschaft Hainbad daran beteilligt.

Bei den insgesamt drei Führungen von Stadtheimatpfleger Ekkehard Arnetzl und dem Histroriker Dr. Georg Habermehl bildeten sich insgesamt mehr als 200 BesucherInnen zur Geschichte des Hainbades fort. Sie erfuhren dabei so einiges Erstaunliches von der Bedeutung des Schwimmens und des Badens in der Vergangenheit und wieso das Schwimmenkönnen über den Ausgang von militärischen Auseinandersetzungen mitbestimmte.
Aber auch über das Denkmal Hainbad und den Stellenwert des Bades für die Bamberger Bevölkerung wurden viele interessante neue Details bekannt. Beide Vortragenden sprachen sich dabei uneingeschränkt für den Fortbestand des Hainbades als Badeanstalt aus.

Im Laufe des gesamten Nachmittags, bei dem der Zugang zum Gelände frei war, nutzten insgesamt circa 500 Menschen die Möglichkeit sich über das Hainbad zu erkundigen. Dabei wurden die beiden Kunstaktionen, die Klanginstallation am Planschbecken und die Videoinstallation bei den Umkleiden genauso positiv aufgenommen, wie die historische Ausstellung zur Geschichte des Hainbades.

Eigentlich müssten sich die Stadtwerke bei soviel ehrenamtlichen Engagement ihrer treuen Stammgäste bedanken.

Nix für Ungut – Wir machens gern!

Matthias A.J. Dachwald

jetzt wird beprobt.. Neuigkeiten morgen 19.09. im FT

nachdem wir dies seit Mai gefordert haben, wird es laut morgigem FT Bericht jetzt beauftragt.. siehe infranken.de das-badeverbot-steht-auf-dem-pruefstand 

Hainbadbeitrag QUER Bayrisches Fernsehen

Und schon ist es soweit:
das Video mit dem quer-Beitrag ist online:

für alle die gestern nicht vor dem Fernseher waren,
oder die es sich gerne noch einmal anhören möchten. Bitte sehr:

besonders schön:

Der stark informierte Oberbürgermeister sagt am 10.09.09 bei “quer” im BR :

„Das Badeverbot in der Regnitz äh, besteht, weil die Wasserqualität dort zu schlecht ist, als dass man es erlauben dürfte.”

siehe das Video mit dem quer-Beitrag online: http://www.youtube.com/watch?v=ptVAj_AueX4

liebe Grüße

Susanne

Film über das Hainbaddrama bei YouTube

Neuigkeit!!!

rechtzeitig zur Einstimmung auf den Tag des offenen Denkmals am 13. 09.09:

Es gibt einen Film zum Hainbad, der die Geschichte ein bisschen erzählt,
und die Entwicklung zeigt von 2000 bis heute.

noch mehr plakate

Ich habe inzwischen 9 Plakate zusammengestellt. Eigentlich müssten jetzt alle Selbstbezichtiger und Fotowilligen vertreten sein:-)

Anschauen könnt Ihr sie alle online unter der bekannten Adresse (www.weg-mit-dem-badeverbot.de) ausdrucken wie gehabt beim LaPopp, der sie inzwischen zum Sonderpreis von 80 Cent anbietet.

Schöne Grüße und vielen Dank an die vielen bekannten und unbekannten Gesichter, die mir von den Fotos entgegengestrahlt haben!

Die Bildersammlerin